Gottfried Schatz Forschungszentrum | Zellbiologie, Histologie und Embryologie

Medizinische Universität Graz

Prinzip

Seltene Zellen (z.B.: fötale Zellen im Blut von Schwangeren, zirkulierende Tumorzellen, maternaler Mikrochimärismus) sind gemessen an der Zahl der sie umgebenden Zellen, extrem selten (10-3 – 10-9). Für Untersuchungen an diesen seltenen Zellen muss zunächst ein Großteil der Hintergrundzellen abgetrennt werden (Probenvoranreicherung). Hier kann die FE – je nach Anwendung – aus mehreren Techniken wählen. Meist werden Dichtegradientenzentrifugation, Immunobeads, differentielle Zelllyse oder Größenselektion mittels Filtration verwendet. Nach dieser relativen Anreicherung werden die Proben auf Membran-beschichtete Objektträger cytozentrifugiert. Seltene Zellen sind eine sehr heterogene Population, weshalb es keine geeigneten Marker (Sensitivität und Spezifität) gibt, um sie eindeutig zu detektieren und gegenüber der Population der Hintergrundzellen abzugrenzen. Aus diesem Grund werden die Zellen am Objektträger mit (mehreren) unterschiedlichen Strategien markiert. Hierbei gilt, dass möglichst alle Zielzellen und möglichst wenig Hintergrundzellen markiert werden. Alle Zellen, die danach markiert sind, gelten als potentielle Zielzellen und erhalten Kandidatenstatus. Die Detektion und Isolation der Kandidatenzellen wird an einem Zeiss Lasermikrodissektionssystem (Observer Z1) durchgeführt, wobei die (einzelnen) Zellen entweder in PCR-tubes oder auf einen PCR-Chip transferiert werden. Nach der Isolation wird die DNS der Zellen einer genomweiten Amplifikation (whole genome amplification, WGA) unterzogen, so dass danach Aliquote der einzelnen Zellen mehrfach analysiert werden können. Ein Beispiel dafür ist die nachträgliche Identifikation (Verifikation) der Zielzellen aus dem Pool der Kandidatenzellen mittels DNA Typisierung – Anwendung einer forensischen Methode zur Identifikation von Individuen. Neben die DNA-Typisierung, die noch als Teil der Identifikationsstrategie gesehen werden kann, können Aliquote der Amplifikation auch mittels Sequenzierung oder mCGH (metaphase comparative genome hybridization) analysiert werden.

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